Am 14. Juni war ja Swim Day im Langener Waldsee - und da die von der Ironman-Organisation verteilte Karte auf eine neue Streckenführung schließen läßt, wollten wir die Gelegenheit nutzen, uns kundig zu machen.
Im Wasser ist ja die Orientierung schwer - auch wenn da große gelbe Luftkissen den Verlauf der Schwimmstrecke markieren. Da ist es hilfreich sich zusätzlich mit Landmarken vertraut zu machen - und mit den Längen der Teilstrecken, bis zur nächsten Boje etc.
Im vergangenen Jahr hat es mir geholfen, zu wissen, dass sich das Stück nach der ersten Boje sehr lang zog - als dann der Wettbewerb lief, war mir klar, dass ich mich nicht verschwommen oder sonstwie vom Kurs abgekommen war, als diese Passage nicht enden wollte. Unsicherheit kann einen zusätzlich nervös machen - der Selbstverteidigungslehrer in mir weiß ja am allerbesten, dass Planung und Prävention die wichtigsten Mittel sind, um für eine herausfordernde Situation gewappnet zu sein.
Am Sonntag wurde in dem Main-Kinzig-Städtchen Bruchköbel der Quarterman-Wettbewerb in der Kurzdistanz veranstaltet - beim ausrichtenden Tria-Team engagiert sich ja eine alte Bekannte von mir, von der in diesem Blog schon mehrfach die Rede gewesen ist … außerdem hat unser allerbester Pizza- & Pasta-Versorger, selbst begeisterter Rennradler, mitgemacht.
Da sind wir natürlich mal vorbeigefahren und haben ein wenig Wettkampf-Atmosphäre geschnuppert. Haben uns die Staffeln angeschaut und den organisierenden Verein bewundert: Den selbst wenn ein Quarterman eine kleine lokale Veranstaltung ist - es ist doch ein Riesen-Aufwand!
Eigentlich wollten wir auch einen unserer Blog-Kommentatoren namens Triatom, der an der Radstrecke postiert sein sollte, besuchen… aber den haben wir nicht gefunden. Der sollte irgendwo bei Hammersbach stehen - da haben wir halt das Angenehme mit dem Nützlichen verknüpft und sind mit den Tria-Bikes in diese Richtung geradelt und haben Marköbel, Hüttengesäß, Ravolzhausen, Rüdigheim abgeklappert und sind auf der Radstrecke des Quarterman nach Bruchköbel gelangt.
Nun, diese kleine Abwandlung eines alten musikalischen Klassikers, meistens bier- oder weinselig gesungen, kam mir am vergangenen Montag in den Sinn.
Wie die meisten wissen, findet jährlich im Juni der Bonn-Triathlon statt. Das Besondere hier: der Start von der Autofähre! Wie die Lemminge springen oder hüpfen (ich bin ein “Hüpfer”!) die Teilnehmer - in Wellenstarts - in die Fluten des Rheins. Immer wieder ein tolles Bild.
Ich habe nunmehr am vergangenen Sonntag zum fünften Mal in Folge teilgenommen, das Schwimmen im Rhein ist mir also nicht fremd.
Erstmals dabei war aber mein Freund Dirk. Beim IM 70.3 in St. Pölten konnte er erste Triathlonerfahrungen sammeln (von diesem Kinderwettkampf, den er im vergangenen Jahr in Köln bestritt, möchte ich nicht reden).
Es ist sicher etwas anderes und gänzlich ungewohnt, in einem Fluß mit Strömungsgeschwindigkeit (circa 4-5 km/h) zu schwimmen. Ungewohnt, weil ja doch überwiegend im Schwimmbad oder Badesee trainiert wird. Das Entscheidende jedoch ist die Ungewissheit: “Was wird mich im Rhein erwarten”? (ich erinnere mich an 1966, als sich bei Koblenz ein Beluga-Wal im Rhein verirrte. Zumindest tauchte er dort zum ersten Mal auf).
Steht man auf den Rheinbrücken oder am Ufer, so sieht man eigentlich nur braune Brühe. “Und da soll ich rein?” wird sich so mancher fragen. Genau diese Bedenken hatte ich 2003 bei meiner ersten Teilnahme auch.
Um den Unwissenden die Scheu zu nehmen, wird vom Veranstalter in der Woche des Wettkampfes ein Probeschwimmen angeboten. Interessierte können sich bei der Anmeldung für diese Aktion registrieren. Am Montag vor einer Woche waren dann bei hochsommerlichen Temperaturen circa 100-150 Athleten in Bonn-Beuel erschienen.
Morgen ist Swim Day am Langener Waldsee. Wir wohlen hinfahren - na ja, mal sehen wie das Wetter wird…
Aber ich würde schon gern die Möglichkeit nutzen, die neue Schwimmstrecke zu testen. Zumindest sieht es auf der Karte so aus, als wäre der Streckenverlauf gegenüber dem vergangenen Jahr geändert worden.
2007 waren wir beim Probeschwimmen dabei, und das hat mir tatsächlich im Wettkampf geholfen. Zum Beispiel zu wissen und zu kennen, dass die eine lange Gerade in einem das Gefühl hervorruft, nicht enden zu wollen… und dann Zweifel aufkommen, ob man sich verschwommen hat, zu weit abgedriftet ist oder irgendetwas anderes nicht stimmt.
Die Strecke zu kennen, wenigstens einmal absolviert zu haben, ist natürlich beim Radfahren wichtiger (aber die Ironman-Strecke kennen wir nun gut genug) und beim Marathon-Lauf im Ironman ziemlich egal, da man ja viermal über zwei Brücken und am Main-Ufer entlang läuft.
Natürlich dienen beim Schwimmen die gelben Bojen zur Orientierung, aber es ist halt auch nicht schlecht, sich noch ein paar Landmarken einzuprägen.
Mancher bereitet sich außerdem übrigens durch spezielles Training intensiv auf das Gedränge und Geprügele beim Schwimmstart vor - doch dieser Typ aus einer Energieriegel-Werbung in ganz besonderer Weise:
“Das Frühgeborene muss viel kämpfen und hat einen langen Weg vor sich, wie der Ironman auch” beschreibt Eberhard Kroll, Geschäftsführer der Firma Orphan Europe GmbH, die Gemeinsamkeit von Ironman-Athleten und Frühgeborenen. Einige Startplätze des diesjährigen Ironman Germany hat der Veranstalter für das Frühchenteam reserviert. Diese Sportler sammeln durch ihren Start Spenden für den Bundesverband “Das Frühgeborene Kind e.V.” Der Verein kümmert sich unter anderem um die Nachsorge frühgeborener Kinder und begleitet Eltern während der Klinikzeit und danach.
Die Orphan Europe GmbH stellt Medikamente für Kinder mit seltenen Krankheiten her und sponsert jeden der gut 20 Teilnehmer mit 226 Euro, passend zur Länge der Gesamtstrecke. Das Startgeld zahlen die Teilnehmer selbst.
Die Organisatorin des Teams ist Dr. Barbara Donnerstag. Seit mehreren Jahren informiert sie auf Marathonmessen über die Probleme der Frühchenversorgung, 2006 starteten 100 Läufer als Frühchenteam beim Frankfurt Marathon. Ihr Mann Eberhard Kroll wird sich dieses Jahr zum ersten Mal an einen Ironman wagen. Außer ihm sind noch 22 Hobbysportler zwischen 24 und 58 Jahren dabei. Michael Göhner und Faris Al Sultan unterstützen das Team als Profis.
Gastautor Robert Baust ist Vater einer Tochter, die elf Wochen zu früh zur Welt kam (siehe Bild). Sie wog bei der Geburt 850 Gramm, mehr als zwei Kilogramm weniger als ein normal geborenes Baby. Nach der schwierigen Geburt seiner Tochter Hannah wollte er das Ironmantraining eigentlich aussetzen. Dann hat er das Frühchenteam im Internet entdeckt und dass seine Tochter genau am Renntag ihren ersten Geburtstag feiert.
Die meisten “Amateur”-Triathleten haben ein begrenztes Zeitbudget, in dem sie ihr Training absolvieren müssen. Da bleibt keine Zeit für viel Schnickschnack. Jeder Triathlet, ob kurz oder lang, hat hauptsächlich zwei Dinge zu trainieren:
- Die Grundlagenausdauer - sprich eine Optimierung der Fettverbrennung.
- Die anaerobe Schwelle - sprich die Fähigkeit, eine halbe Stunde maximale Leistung zu erbringen.
Grundsätzlich sollten diese beiden Hausaufgaben in allen Disziplinen gemacht werden, insbesondere die zweite.
Für die Grundlagenausdauer bietet sich zuerst einmal das Radfahren an (wer läuft oder schwimmt schon gerne fünf Stunden?). Hier ist darauf zu achten, dass das Training nicht zu intensiv absolviert wird, insbesondere während der ersten Stunde, wo wir die Fettverbrennung auf Touren bringen wollen. Am besten während dieser Stunde auch nur Wasser trinken und dem Körper nicht schon Kohlenhydrate zuführen. Das kann man dann später noch, um gegen einen Hungerast gewappnet zu sein.
Um die anaerobe Schwelle zu erhöhen, müssen wir auch an dieser trainieren. Wo aber liegt die anaerobe Schwelle? Sicherlich lassen sich viele interessante und nicht billige Tests machen. Der kostengünstigste und mindestens ebensogute Test ist allerdings der Halbstundentest. Eine halbe Stunde in der jeweiligen Disziplin so schnell wie es geht absolvieren.
Das Ironblog beschäftigt sich mit Training und Leben für Triathlon, Duathlon, Marathon...
Über die Autoren
Oliver Bechmann arbeitet in der Sportredaktion der FR - und hat drei Ironman-Rennen in Frankfurt absolviert. Peter Damjancevic ist Marathon- und Triathlon- Routinier und will irgendwann noch mal nach Hawaii. Mehr zu den Autoren...
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